Aktuell gehen die Weizenpreise durch die Decke. Grund dafür sind neben Börsen-Spekulationen auch schlechte Ernteergebnisse im letzten Jahr. Insbesondere in Frankreich und Großbritannien blieben die Erntemengen hinter den Erwartungen zurück. In Deutschland zeigte sich die Ernte als durchschnittlich – wenngleich einige Standorte mit Widrigkeiten durch Trockenheit zu kämpfen hatten. Was alle Ergebnisse eint: es fehlt am Proteingehalt. Mit einer angepassten und teilflächenspezifischen Düngung haben Sie Ihre Ergebnisse selbst in der Hand und können den Proteingehalt aktiv steuern. Wir verraten Ihnen, wie Sie hier optimal vorgehen können.

Weizen Düngung

Nach eisigen Temperaturen und Schneemassen im Februar erwacht die Natur langsam wieder zum Leben – der Winterweizen befindet sich vielerorts mitten in der Bestockung. In diesem Entwicklungsstadium (EC-Stadium 20-29) bildet die Pflanze Nebentriebe. Die Startdüngung ist abgeschlossen und auch Wirtschaftsdünger wurde gegebenenfalls bereits ausgebracht. Ab ca. Mitte April steht dann der Schossbeginn an, die Pflanzen beginnen sich zu strecken (EC-Stadium 30-39) – der perfekte Zeitpunkt, um eine bedarfsgerechte 2. Gabe mit mineralischem Dünger zu planen.

Warum teilflächenspezifische Düngung so wichtig ist.

Als Ergänzung zu Ihrer langjährigen Erfahrung und Expertise bietet sich in diesem Stadium die Nutzung eines Sensors an. Denn jede Fläche ist individuell und mit der Hilfe cleverer Sensor-Technik können Sie Ihre Kulturen individuell mit Nährstoffen und Stickstoff versorgen. Warum das so wichtig ist? Heterogenitäten innerhalb einer Fläche führen nicht selten zu Unter- und Überversorgung einzelner Teilflächen – das bedeutet für Sie dann oftmals Ertragsverluste und Qualitätseinbußen. Die teilflächenspezifische Düngung kann ein Werkzeug zur Optimierung der N-Bilanz sein. Das hängt in erster Linie davon ab, welche Menge der Landwirt bei der Kalibrierung eingibt. Innerhalb der Teilflächen wird dann die N-Verteilung optimiert.

Finden Sie heraus, was Ihre Pflanzen brauchen.

Mit einem Pflanzensensor sind Sie in der Lage, Ihre Kulturen schonend zu analysieren und Daten bei jeder Überfahrt zu sammeln. Je nach Betriebsgröße bieten sich hierfür unterschiedliche Systeme an. Die Pflanzensensoren ISARIA PRO Compact und PRO Active können Sie auch direkt mit Ihrem Düngerstreuer koppeln. Das spart eine Überfahrt und ist besonders effizient. Die Sensoren können dabei anhand von Biomasse- und Stickstoffversorgungsindex erkennen, inwieweit Ihre Pflanzen noch Unterstützung benötigen. Haben Sie Ihren Düngerstreuer direkt via Terminal mit dem Sensor verbunden, bringen Sie den Dünger sofort teilflächenspezifisch anhand der Sensordaten aus. Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung von Sattelitenkarten. Unter Berücksichtigung von Vergangenheitsdaten können mittels ISARIA CONNECT – Ihrer zentralen Plattform zum Datenmanagement – präzise Düngekarten erstellt werden. Auch bei der dritten Düngergabe (auch bekannt als Qualitätsgabe) kann das besonders interessant sein – insbesondere, wenn Sie den Proteingehalt verbessern wollen.

Ertrag vs. Homogenität.

Wenn sie zur Schossergabe die homogenisierenden Variante wählen, können sie eine augeglichene Biomasseentwicklung innerhalb des Bestandes fördern. Möchten Sie mit ISARIA aber die Potentiale Ihrer Bestände optimal nutzen, so empfiehlt sich die ertragsorientierte Düngestrategie. Hierbei werden Teilflächen mit guten Beständen besser versorgt. Teilstücke mit schwacher Biomasseentwicklung wie Sandkuppen oder beschattete Teilstücke an Waldrändern werden mit geringeren Nährstoffmengen versorgt. Zur Qualitätsgabe sollte auf jeden Fall eine ertragsorientierte Düngung gewählt werden, denn nur so kann in allen Teilflächen auch der optimale Proteingehalt erzielt werden, denn ein gut entwickelter Weizenbestand braucht auch ein höheres N-Angebot um eine gute Kornqualität zu erreichen.
Am Ende haben Sie die Wahl, welche Strategie Sie auf Ihren Flächen und unter Ihren Bedingungen für geeignet empfinden.

EC-Stadien

Was sind eigentlich EC-Stadien?

Die EC-Stadien beschreiben das Wachstum von Getreide. Dabei sind die Wachstumsstadien in neun Makrostadien und diese wiederum in neun Mikrostadien unterteilt. Wofür werden die EC-Stadien genutzt? Die Unterteilung hilft Ihnen dabei, den optimalen Zeitpunkt für Dünge- und Pflanzenschutzmaßnahmen zu finden.

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